Was vor dem ersten Handgriff geklärt sein muss

Der Einbau selbst ist unspektakulär: aufrasten, versorgen, klemmen. Aufwendig wird es, wenn im Bestandsschrank kein Platz ist, das Netz nicht in den Keller reicht oder niemand weiß, wie der Netzbetreiber steuert.

Die Checkliste vor dem Termin

Fünf Punkte, die sich am Telefon klären lassen und die zweite Anfahrt ersparen.

  1. Platz auf der Hutschiene

    Fünf Teilungseinheiten im Innenraum. Im Bestandsverteiler ist das häufig die eigentliche Engstelle – prüfen Sie das vor der Bestellung, nicht danach. Reicht der Platz nicht, ist ein Zusatzverteiler die übliche Lösung.

  2. Art der Versorgung

    Das Gerät braucht 5 V Gleichspannung. Entweder über ein USB-C-Netzteil mit mindestens 3 A, dann ist eine Steckdose im Schrankumfeld nötig, oder über ein Hutschienennetzteil, das seinerseits Platz belegt. Diese Entscheidung beeinflusst den Platzbedarf insgesamt.

    Ein passendes Hutschienennetzteil ist über unseren Shop erhältlich: 18 mm breit, also eine weitere Teilungseinheit, Ausgabe der 5 V wieder über USB-C. Damit rechnen Sie im Bestandsschrank mit sechs statt fünf Teilungseinheiten.

  3. Netzwerk am Einbauort

    Für Inbetriebnahme und Betrieb wird ein Netzwerkzugang gebraucht: Ethernet über RJ45 oder WLAN in 2,4 oder 5 GHz. Ein Kellerverteiler in einem Stahlbetonbau hat oft keine brauchbare Funkabdeckung – dann gehört eine Leitung in die Planung.

  4. Steuerweg des Netzbetreibers

    Digital über EEBUS oder über potentialfreie Kontakte? Danach richtet sich, wie viele Signalpaare zu klemmen sind. Diese Auskunft kommt vom Netzbetreiber.

  5. Anzubindende Geräte

    Welche Geräte hängen im Netzwerk, welche brauchen eine Busleitung, wo fehlt ein Zähler am Netzanschlusspunkt? Wenn eine RS-485-Leitung nötig wird, ist das der aufwendigste Teil des Einbaus.

Frontansicht des Soluxion HEMS Plus mit Leitungen zu den Gerätearten: die Steuerbox des Netzbetreibers über Steuerkontakte oder EEBUS per LAN, die Wärmepumpe über SG-Ready-Relais oder Netzwerk, Wallbox, Wechselrichter und Speicher sowie Smart Meter über RS-485 oder Netzwerk, E-Auto, smarte Steckdosen und das Internet über das Netzwerk. Versorgung über Klemme oder die seitliche USB-C-Buchse.
Welches Gerät über welchen Anschluss läuft. Eine Steuerleitung zum HEMS brauchen nur die Steuerbox, wenn sie über Kontakte steuert, die SG-Ready-Eingänge der Wärmepumpe und Busteilnehmer mit Modbus RTU. Alles andere erreicht das HEMS über das Hausnetz.

Der Einbau in Kurzform

Das Gerät wird auf die Hutschiene aufgerastet und über Schraubklemmen angeschlossen. Die Signalpfade zu Fremdkontakten lassen sich aus den vier 5-V-Versorgungsausgängen speisen, sodass für potentialfreie Kontakte der Steuerbox keine separate Quelle nötig ist. Für Modbus-RTU-Teilnehmer steht eine RS-485-Schnittstelle bereit; den Abschluss setzen Sie nach Vorgabe des jeweiligen Busteilnehmers.

Die wichtigste Grenze Die beiden Relaisausgänge sind potentialfreie Wechsler für Kleinspannung bis 24 V. Sie schalten Signale, keine Lasten. Alles, was mit 230 V arbeitet – Heizstab, Verdichter, Pumpe –, gehört hinter ein Koppelrelais oder ein Schütz mit passender Spulenspannung. Die Auswahl und Dimensionierung liegt bei der ausführenden Elektrofachkraft.

Konkrete Anschlussbeispiele

Bebilderte Anschlussbeispiele mit Klemmenbezeichnungen stehen in der Bedienungsanleitung. Sie liegt dem Gerät bei und ist zusätzlich als Doku-Site öffentlich abrufbar. Dort wird sie gepflegt – deshalb steht hier bewusst keine zweite Fassung, die auseinanderlaufen könnte.

Stolperfallen im Bestand

Kein Zähler am Netzanschlusspunkt

Ohne Messwert am Übergabepunkt gibt es keine Überschussregelung. In Bestandsanlagen fehlt dieser Zähler regelmäßig. Er gehört in die Kalkulation, sonst wird er zum Nachtrag.

Verteiler ohne Reserve

Fünf Teilungseinheiten klingen wenig, sind in einem gewachsenen Schrank aber oft nicht frei. Ein Zusatzverteiler ist die saubere Lösung und sollte im Angebot stehen, nicht im Nachtrag.

Kontaktprinzip falsch angenommen

Arbeitsstrom oder Ruhestrom ist nicht bundeseinheitlich vorgegeben. Prüfen Sie es am Gerät und im Anschlussplan – sonst greift die Reduzierung verkehrt herum.

Steuerbox noch nicht da

Der Messstellenbetreiber kommt oft erst Wochen später. Richten Sie die Anlage so ein, dass sie in der Zwischenzeit vollständig arbeitet, und sagen Sie dem Kunden diesen Zwischenschritt an.

Wärmepumpen-Parameter unbekannt

Mindestlaufzeiten, Sperrzeiten und Warmwasserzeiten kennt der Heizungsbauer, nicht die Elektrofachkraft. Ohne diese Angaben wird geraten.

Funkloch im Keller

WLAN reicht nicht überall hin. Wenn die Inbetriebnahme am Netzwerkzugang scheitert, steht der Termin still. Vorher prüfen, notfalls Leitung ziehen.

Unklarheit vor dem Termin?

Schildern Sie uns die Konstellation – Schrank, Geräte, Vorgabe des Netzbetreibers. Eine kurze Rückmeldung vorab ist günstiger als die zweite Anfahrt.