Anbinden, was schon da ist

Im Bestand entscheidet nicht der Katalog, sondern was der Vorgänger verbaut hat. Diese Seite ordnet ein, über welchen Weg sich welcher Gerätetyp erreichen lässt und welche Angaben Sie vor dem Angebot klären sollten.

Sie programmieren nichts

Diese Seite nennt Protokolle wie Modbus oder SunSpec, weil sie für die Planung wichtig sind – nicht, weil Sie damit arbeiten müssten. Für die unterstützten Geräte sind die Schnittstellen ab Werk hinterlegt: Sie wählen im Einrichtungsassistenten Hersteller und Modell aus einer Liste, tragen die Adresse oder Schnittstelle ein und weisen dem Gerät seine Rolle zu. Fertig.

Keine Registeradressen, keine Datenpunktlisten, keine Skripte, kein Modbus-Mapping von Hand. Das unterscheidet das HEMS Plus von Lösungen, die auf einer SPS oder einem selbst gebauten Gateway aufsetzen.

Die Wege ins Gerät

Ein Energiemanagement ist nur so gut wie seine Anbindung. Grundsätzlich stehen fünf Wege zur Verfügung, und für die Planung ist vor allem wichtig, welcher davon Leitungsarbeit bedeutet und welcher nicht. Welchen Weg ein Gerät nutzt, ist im hinterlegten Profil bereits festgelegt.

WegWas er voraussetztAufwand vor Ort
Modbus TCP Gerät im Netzwerk, feste IP-Adresse empfohlen Keine zusätzliche Leitung
Modbus RTU RS-485-Busleitung, Abschluss nach Herstellerangabe Busleitung ziehen
SunSpec Wechselrichter mit SunSpec-Registersatz Über TCP oder RTU
EEBUS Gerät und Steuerbox im selben Netz, Pairing nötig Keine zusätzliche Leitung
Potentialfreier Kontakt Freier Relaisausgang, Kleinspannung bis 24 V Steuerleitung ziehen
Frontansicht des Soluxion HEMS Plus mit Leitungen zu den Gerätearten: die Steuerbox des Netzbetreibers über Steuerkontakte oder EEBUS per LAN, die Wärmepumpe über SG-Ready-Relais oder Netzwerk, Wallbox, Wechselrichter und Speicher sowie Smart Meter über RS-485 oder Netzwerk, E-Auto, smarte Steckdosen und das Internet über das Netzwerk. Versorgung über Klemme oder die seitliche USB-C-Buchse.
Die Wege aus der Tabelle, am Gerät verortet: Netzwerk für Modbus TCP und EEBUS, RS-485 für Modbus RTU. Die SG-Ready-Relais schalten potentialfreie Kontakte, die Steuerkontakte nehmen die Signale der Steuerbox auf. Ein Punkt in der Zeile markiert einen möglichen Weg.

Nach Gerätetyp

Zähler am Netzanschlusspunkt

Der wichtigste Messwert der ganzen Anlage. Ohne ihn weiß die Regelung nicht, ob gerade Überschuss vorliegt oder Netzbezug. Zähler werden meist über Modbus angebunden, per TCP oder über die RS-485-Schnittstelle. Wenn im Bestand kein geeigneter Zähler vorhanden ist, gehört er in die Kalkulation – das ist der häufigste Nachtrag.

Wechselrichter und Batteriespeicher

Netzwerkfähige Geräte werden über Modbus TCP oder SunSpec angesprochen, ältere über RS-485. Wichtig für die Planung: Speicher und Wechselrichter müssen nicht vom selben Hersteller sein. Für die Einspeisebegrenzung nach §9 EEG ist entscheidend, dass sich die Wirkleistung über die Schnittstelle vorgeben lässt.

Wallboxen und Ladestationen

Anbindung über Modbus, herstellerspezifische Schnittstellen oder OCPP 1.6. Mehrere Ladepunkte an einem Anschluss sind vorgesehen, ebenso das dynamische Lastmanagement zwischen ihnen.

Wärmepumpen und Heizstäbe

Zwei Ebenen: Über die beiden potentialfreien Wechsler lassen sich SG-Ready-Eingänge bedienen – das funktioniert bei praktisch jedem Gerät mit dieser Schnittstelle. Feiner wird es bei Wärmepumpen mit Modbus- oder Netzwerkanbindung, weil dann die Leistung moduliert statt nur umgeschaltet wird.

Sonstige schaltbare Lasten

Über schaltbare Steckdosen und Relaisausgänge lassen sich auch Verbraucher einbeziehen, die kein eigenes Energiemanagement mitbringen: Heizstab im Pufferspeicher, Poolpumpe, Ladegeräte für Zweiräder oder Werkzeugakkus. Für den Kunden ist das oft der sichtbarste Nutzen, weil er den Effekt direkt an der Anlage sieht.

Vor dem Angebot klären

  • Welche Geräte sind vorhanden, mit Hersteller, Modellbezeichnung und Baujahr?
  • Sind sie im Netzwerk erreichbar, oder braucht es eine Busleitung?
  • Gibt es einen Zähler am Netzanschlusspunkt, oder muss einer gesetzt werden?
  • Welche Schnittstelle bietet die Wärmeerzeugung – SG-Ready, Modbus, beides?
  • Welchen Steuerweg gibt der Netzbetreiber für §14a und §9 vor?
Gerät prüfen, bevor Sie zusagen

Ob ein konkretes Modell unterstützt wird, lässt sich vorab nachsehen. Die öffentliche Geräteübersicht listet die gängigen Modelle namentlich; die Gerätedokumentation der Softwarebasis führt den vollständigen Stand.

Gerätesuche im Fachpartner-Bereich ›  ·  Gerätedokumentation evcc ↗

Wenn Sie ein Gerät nicht finden: fragen Sie an. Nicht jede Anbindung ist in der Liste sichtbar, und manche lässt sich über ein generisches Profil abbilden. Nur in diesem Fall werden überhaupt einmal Registerangaben gebraucht. Dabei helfen wir, statt Sie damit allein zu lassen.